Apple: Eigener Bezahldienst als Konkurrenz zu PayPal und Co.?

Bargeld braucht man heute eigentlich fast nicht mehr, denn bezahlen kann man inzwischen fast überall mit EC-Karte oder Kreditkarte. Während das Bezahlen mit Kreditkarte bei uns noch nicht so weit verbreitet ist, ist es beispielsweise in den USA Gang und Gäbe und man fällt eher auf, wenn man mit Bargeld bezahlt. Und hier kommt Apple ins Spiel. Wie das renommierte Wall Street Journal (WSJ) berichtet, arbeitet der Konzern aus Cupertino an einem eigenen Bezahldienst.

Mobile Bezahldienste wie PayPal oder Google Wallet gibt es ja schon seit geraumer Zeit. Allerdings werden sie in der Regel für Online-Einkäufe genutzt. Apples Bezahldienst jedoch soll noch einen Schritt weiter gehen und unter anderem auch das Bezahlen im Laden mit dem iPhone ermöglichen. Technisch gesehen ist das heute durchaus möglich, dank iBeacon und Touch ID Sensor erfüllt das iPhone 5S bereits jetzt alle Voraussetzungen dafür.

Apple Logo

Natürlich gibt es kein offizielles Statement von Apple zu einem eigenen Bezahldienst. Die Argumente, die das Wall Street Journal vorbringt sind jedoch überaus schlüssig. So soll sich beispielsweise Eddy Cue, Apple-Manager und zuständig für iTunes und den App Store, mit den Managern anderer Unternehmen getroffen haben, um über Apples Interesse an einem Bezahldienst für physikalische Güter auf iOS Geräten zu sprechen. Das WSJ beruft sich dabei auf Quellen, die mit der Situation vertraut sind. Doch nicht nur das. Apple soll außerdem Jennifer Bailey, die bislang für die Apple Online Stores verantwortlich zeichnete, versetzt haben bzw. ihr eine neue Aufgabe zugeteilt haben. Sie soll mit der Aufgabe betraut worden sein, den Apple-eigenen Bezahldienst aufzubauen.

Ein eigener Bezahldienst wäre für Apple sicherlich ein großer und wichtiger Schritt. Analysten von Forrester Research zufolge werden Amerikaner bis zum Jahr 2017 90 Milliarden Dollar über mobile Bezahldienste ausgeben, 2012 waren es noch 12,8 Milliarden. Erst vor wenigen Tagen hat Großinvestor und Apple-Aktionär Carl Icahn Apple aufgefordert, in einen Dienst für Mobile Payment zu investieren. Apple wäre mit einem eigenen Bezahldienst auch in diesem Bereich ein direkter Konkurrent zu Google sowie zu Ebay (PayPal).

So ganz neu ist das mobile Bezahlen mit Apple-Geräten natürlich nicht, denn bereits jetzt werden Käufe in iTunes oder im App Store direkt über das iPhone oder iPad abgewickelt. Mit der Apple-ID sind auch die entsprechenden Bezahlinformationen auf dem Gerät bzw. dem Nutzer-Account hinterlegt, die für das mobile Bezahlen beispielsweise bei iTunes genutzt werden. Auch bestimmte Produkte aus den Apple Stores können bereits mit Hilfe des iPhone oder iPad bezahlt werden. Das Bezahlen im Laden mit dem iPhone anstelle der Kreditkarte jedoch ist derzeit noch Zukunftsmusik, wenngleich wie oben schon erwähnt technisch machbar und für den Nutzer noch einfacher als das Bezahlen per Kreditkarte.

Laut Denee Carrington von Forrester Research ist Apple ein „schlafender Riese“ im Geschäft des Mobile Payment. Immerhin gibt es weltweit 575 Millionen regitrierte iTunes Nutzer. Bereits 2012 hatte das Wall Street Journal berichtet, dass Apple an einem Bezahldienst arbeitet. Allerdings seien zum damaligen Zeitpunkt die Arbeiten wieder eingestellt worden, da man in Cupertino befürchtete, durch unzufriedene Kunden einen Image-Schaden davonzutragen. Scheinbar ist man technologisch jetzt aber so weit, dass ein solcher Bezahldienst reibungslos funktionieren würde – man darf also gespannt sein, was sich in dieser Richtung tut.

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