Apple: Keine Zusammenarbeit mit NSA, iPhone ohne Spähsoftware

Apple hat Vorwürfe zurückgewiesen, man habe den US-Geheimdienst NSA bei der Überwachung von Nutzern geholfen. Der Internet-Aktivist Jacob Applebaum hat auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg darüber berichtet, dass der Konzern aus Cupertino angeblich der NSA beim Ausspähen von iPhone Nutzern geholfen habe.

Der NSA-Skandal war eines der bestimmenden Themen in 2013. Und auch im neuen Jahr wird er die Medien sicherlich noch weiter beschäftigen. Auf der Hacker-Konferenz Chaos Communication Congress hat Jacob Applebaum über Spionagewerkzeuge der NSA berichtet. In Zusammenarbeit mit dem Nachrichten-Magazin Der Spiegel hatte Applebaum Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden ausgewertet, aus denen hervorging, dass die NSA über eine Software namens DROPOUTJEEP verfügte. Mit Hilfe dieser Software können iPhone Nutzer überwacht und ausspioniert werden.

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Das Programm kann derzeit noch nur dann installiert werden, wenn physischer Zugriff auf das iPhone besteht. Für die Zukunft soll die NSA aber daran arbeiten, dass die Malware auch per Fernzugriff installiert werden kann. Ist das Schad-Programm erst einmal auf einem iPhone, kann die NSA Dateien auf das iPhone hoch- und runterladen, SMS abfangen, Telefongespräche mithören und hat Zugriff auf Kontakte, Mikrofon und Kamera. Auch der Standort das iPhone kann jederzeit ausgelesen werden.

Dass laut den Snowden-Dokumenten DROPOUTJEEP nur mit physischem Zugriff auf einem iPhone installiert werden kann wirft natürlich die Frage auf, ob Apple mit der NSA zusammengearbeitet hat. Denn wie sonst hätte der Geheimdienst die Software auf Millionen von iPhones bringen sollen? In einer Stellungnahme gegenüber AllThingsD dementiert Apple diese Vorwürfe: „Apple hat nie mit der NSA kooperiert, um eine Hintertür in eines unserer Produkte einzuschleusen, das iPhone eingeschlossen. Darüber hinaus war uns das mutmaßliche NSA-Programm, das unsere Produkte zum Ziel hatte, nicht bekannt.“ Man will daran arbeiten, Apple-Produkte in Zukunft noch sicherer zu machen und die Kunden vor Sicherheits-Attacken verteidigen – egal, wer hinter diesen Angriffen stecke.

Ganz neu sind die Vorwürfe gegenüber Apple übrigens nicht. Denn schon vor rund einem halben Jahr war der Konzern im Zuge der Berichterstattung zum Überwachungs-Programm PRISM genannt worden – zusammen mit anderen High Tech-Größen wie Microsoft, Google und Facebook, die jedoch alle eine Zusammenarbeit mit der NSA immer bestritten haben. Apple – oder einem der anderen Unternehmen – tatsächlich eine Kooperation mit der NSA nachzuweisen, dürfte schwierig werden. Trotzdem leidet natürlich das Image unter derartigen Vorwürfen, selbst wenn sie sich dann irgendwann als haltlos erweisen sollten.

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