Mobile Payment – neuer Trend oder Totgeburt?

Bei der Präsentation von iPhone 6 und iPhone 6 Plus hat Apple auch einen neuen Dienst für mobiles Bezahlen vorgestellt: Apple Pay. Man will iPhone-Nutzern so größtmögliche Sicherheit beim mobile Payment einräumen.

Mobiles Bezahlen heißt, dass man ganz einfach mit dem Smartphone an der Kasse bezahlen kann, ohne Bargeld und ohne Kreditkarte oder EC-Karte. An sich ist das eine praktische Sache, denn das Handy hat man ja eigentlich immer dabei. Wer schon einmal ohne Geldbeutel im Supermarkt an der Kasse stand, der wird sich mit Sicherheit eine andere Bezahlmöglichkeit gewünscht haben.

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Mobiles Bezahlen – Deutschland hinkt hinterher

In den USA oder auch in den Entwicklungsländern ist Mobile Payment längst ein Trend, bei uns in Deutschland ist er aber noch nicht so richtig angekommen. Die Leute sind noch verunsichert und trauen der Sache nicht so richtig. Mit Kreditkarten ist es ja ähnlich, während sie in den USA das Standard-Zahlungsmittel ist, scheuen viele Deutsche sich noch vor der Plastik-Karte, man ist hierzulande einfach vorsichtiger in Geld-Angelegenheiten. Daher wird es mit Sicherheit auch noch eine Weile dauern, bis sich das mobile Bezahlen mit dem iPhone oder einem anderen Smartphone hier richtig durchsetzt.

Apple Pay ist nur eine von mehreren verschiedenen Möglichkeiten für mobiles Bezahlen. Der Konzern aus Cupertino will die Sicherheit gewährleisten, indem unter anderem der Fingerabdruck zum Bezahlen mit dem iPhone benötigt wird. Das Ganze funktioniert so: In Läden, die Apple Pay anbieten muss man an der Kasse sein iPhone an ein Bezahl-Terminal halten und den Finger auf den Fingerabdruck-Sensor legen – immer vorausgesetzt, man hat die TouchID aktiviert und den eigenen Fingerabdruck dort angelegt. Via NFC kommuniziert das iPhone dann mit dem Bezahl-Terminal und die Bezahlung wird eingeleitet.

Apple Pay: Bezahlen mit dem Fingerabdruck

Um Apple Pay zu nutzen, muss man seine Kreditkarten-Daten bei Apple registriert und hinterlegt haben. Genau das dürfte dann auch hierzulande ein Grund sein, warum Apple Pay weniger genutzt wird als beispielsweise in den USA – wie oben erwähnt ist man in solchen Dingen in Deutschland weit weniger aufgeschlossen als in den USA oder auch in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien. Allerdings gibt es auch andere Anbieter, die an Lösungen zum mobilen Bezahlen arbeiten. Ein Unternehmen aus Deutschland, die Mobile Trend GmbH Firmenprofil Mobile Trend GmbH, hat beispielsweise eine App entwickelt, die Anbieter von Inhalten wie Spiele oder Online-Magazine nutzen können, um ihren Kunden das mobile Bezahlen zu erleichtern. Vorteil dabei ist, dass man sich nirgends registrieren und somit auch keine Kreditkarten-Daten hinterlassen muss. Lediglich die Telefon-Nummer wird benötigt, der Betrag, den man bezahlen muss, wird dann auf die Mobilfunk-Rechnung aufgerechnet.

Ob dieser Ansatz das mobile Bezahlen auch in Deutschland revolutionieren wird, ist fraglich. Immerhin gibt es diese Möglichkeit bislang nur bei Spielen und ähnlichen Inhalten, im Supermarkt zum Beispiel funktioniert das nicht. Allerdings ist auch offen, wohin die Reise geht. Der Ansatz an sich ist nämlich nicht schlecht, lediglich die Möglichkeiten fehlen derzeit eben noch. Man kann sich aber sicher sein, dass sich auch in Deutschland in den kommenden Jahren einiges in diesem Bereich tun wird.

Zu viele Anbieter, zu viele unterschiedliche Lösungen

Natürlich gibt es auch weitere Anbieter für mobiles Bezahlen. Unter anderem haben die Mobilfunk-Provider wie Vodafone oder die Telekom selbst derartige Lösungen entwickelt, ebenso PayPal. Insgesamt gibt es über 30 Anbieter für Mobile Payment. Genau darin liegt aber auch ein weiteres Problem: Durch die Vielzahl an Anbietern und die unterschiedlichen Herangehensweisen kann sich kein einheitliches System entwickeln, was wiederum die Kunden irritiert, denn in jedem Laden, bei jedem Online-Kauf muss ein anderer Anbieter oder ein anderes System genutzt werden. Das dürfte für viele sicherlich mit ein Grund dafür sein, dass sie sich an das mobile Bezahlen mit dem Smartphone noch nicht so richtig herantrauen.

Für die Anbieter wäre es daher sicherlich sinnvoll, wenn man sich zusammenschließen und an einer einheitlichen Lösung arbeiten würde. Zwar hätte der Nutzer dann im Endeffekt immer noch unterschiedliche Anbieter, aber immerhin eine einheitliche Zahlungsweise bzw. einen einheitlichen Vorgang beim mobilen Bezahlen.

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