WhatsApp, Threema und Co.: Messenger Apps bei Stiftung Warentest – Fazit: Ernüchternd!

Stiftung Warentest hat sich fünf Messenger Apps vorgeknöpft und in Sachen Datenschutz und Sicherheit unter die Lupe genommen. Neben WhatsApp wurden auch die Alternativen Threema, Telegram, Line und der BlackBerry Messenger getestet. Das Ergebnis ist weitgehend ernüchternd, denn nur eine App hat wirklich gut abgeschnitten.

Seit der Meldung, dass Facebook den Messenger-Dienst WhatsApp übernehmen möchte gibt es im Netz heiße Diskussionen darum, zahlreiche Nutzer denken über einen Wechsel nach. Allerdings hat WhatsApp einfach die größte Nutzerbasis und wenn jetzt wie wild gewechselt wird, dann läuft es für viele Nutzer darauf hinaus, zukünftig mindestens zwei, wenn nicht gar mehr Messenger nutzen zu müssen. Vielleicht ändert das Ergebnis der Untersuchungen von Stiftung Warentest daran etwas – vielleicht.

Threema

Getestet wurde jeweils die iOS-Version und die Android-Version der Messenger Apps. Der Fokus lag dabei auf der Frage, ob Nutzerdaten verschlüsselt werden und welche Informationen die Messenger denn eigentlich an wen übertragen. Nicht relevant hingegen war die Einfachheit bei der Anwendung und die Funktionen, die die einzelnen Messenger bieten.

Wenig überraschend stuft Stiftung Warentest den Messenger-Dienst WhatsApp als „sehr kritisch“ ein. Bei WhatsApp gibt es keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, was dazu führt, dass die einzelnen Chats mitgelesen werden können. Außerdem greift der Nachrichtendienst auf die Adressbucheinträge zu, ohne dass der Nutzer dem zustimmen kann bzw. muss, also im Zweifelsfall ohne dessen Wissen. Kritisiert wird außerdem, dass die App nicht quelloffen ist, somit auch nicht genau geprüft werden kann, welche Daten genau übertragen werden. Und auch die AGB sind nach deutschem Recht eher zweifelhaft.

Am besten abgeschnitten hat im Test der Stiftung Warentest die Schweizer App Threema, die als „unkritisch“ bewertet wird. Die Anwendung arbeitet mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Unterhaltungen können nicht mitgelesen werden. Adressbucheinträge werden nur mit Zustimmung des Nutzers und außerdem in pseudonymisierter Form gespeichert. Einziger Kritikpunkt an Threema: Der Code ist nicht quelloffen. Somit kann zwar ausgeschlossen werden, dass Daten unverschlüsselt übertragen werden, unklar ist jedoch, was vielleicht in verschlüsselter Form übertragen wird. Den Download-Link für Threema findet ihr am Ende des Artikels

Der Messenger Telegram, der in den letzten Tagen auch einen enormen Nutzerzuwachs verzeichnen konnte, wird von den Warentestern immerhin als „kritisch“ eingestuft, wäre aber zumindest in Ansätzen noch eine Alternative zu Threema. Positiv ist zwar, dass eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung genutzt wird, allerdings mit der Einschränkung, dass der Nutzer diese gezielt aktivieren muss – und das ist natürlich umständlich bzw. muss man es auch erst einmal wissen. Auch dass Adressbucheinträge automatisch und ohne separate Zustimmung des Nutzers gespeichert werden, missfällt den Testern. Weitere Daten werden jedoch nicht übertragen. Der Code von Telegram ist teilweise quelloffen, eine vollständige Analyse konnte jedoch dennoch nicht durchgeführt werden. Stiftung Warentest schließt allerdings aus, dass Daten unverschlüsselt übertragen werden.

Als „sehr kritisch“ wurden neben WhatsApp auch die Apps Line und der BlackBerry Messenger eingestuft. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet Line nicht, beim BBM konnte es nicht herausgefunden werden. Bei beiden Diensten können Nachrichten somit mitgelesen werden, außerdem sind die AGBs kritisch zu bewerten und bei beiden Messengern ist der Code nicht quelloffen, wodurch bei Linie unklar ist, welche Daten unverschlüsselt und beim BBM, welche Daten verschlüsselt gesendet werden.

Hier geht’s zum Download auf iTunes

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